Platzkomitee-News
WICHTIG: Mitglieder können sich im Mitgliederbereich anmelden und sehen noch weitere interne Berichte zum Platz!
Insgesamt präsentiert sich der Platz – abgesehen von den Grüns – in gutem Zustand und zeigt sich bereits früh in der Saison als attraktives Stadtbiotop.
Die Fairways sind nach dem Winter dank gezielter Pflege gut. Sie verfügen über eine dichte Grasnarbe und bieten gute Spielbedingungen.
Einiges an Arbeit floss auch in die Pflege der Nebenflächen, etwa in die Gestaltung mit Rindenmulch rund um die Bäume sowie in die Anlage und Instandhaltung von Blumen- und Staudenbeeten.
Die Erholung der durch den Winter stark beanspruchten Grüns verlief aufgrund der kühlen Märztemperaturen und der Trockenheit im April bislang schleppend. Trotz intensiver Pflegemassnahmen wie Aerifizieren, Sanden und Nachsaat entwickeln sie sich nur langsam. Mit den jüngsten Niederschlägen und steigenden Temperaturen ist jedoch zu erwarten, dass die Grüns bald aufholen und der Ball wieder gleichmässiger rollt – vorausgesetzt, die Natur spielt mit.
Der Vergleich des Zustands unserer Spielgrüns mit dem Sodengarten (Ersatzgrün) zeigt deutliche Unterschiede in der Bodenstruktur und erklärt die anhaltenden Probleme.
Der entscheidende Faktor liegt in der Bodenschicht in 25–30 cm Tiefe: Bei den Spielgrüns ist dieser Bereich stark verdichtet, wodurch Wasser nur unzureichend versickern kann. Die Folge ist Staunässe, die das Wurzelwachstum massiv einschränkt. Die Wurzeln reichen aktuell lediglich 3–4 cm tief, während die Wurzelzone beim Ersatzgrün 10 - 15 cm tief ist (siehe Bilder).
Übliche Pflegemaßnahmen wie das Aerifizieren dringen nicht tief genug vor, und selbst Sondermassnahmen konnten die Situation nur begrenzt verbessern. Die dauerhaft nassen Bedingungen erhöhen zudem die Pilzanfälligkeit und begünstigen die Ausbreitung der unerwünschten Grassorte Poa annua, die das eigentlich angestrebte Gras Agrostis stolonifera zunehmend verdrängt.
Die Ursachen dieser strukturellen Probleme liegen vermutlich im Aufbau der Grüns bei der letzten Sanierung vor rund 20 Jahren. Aufgrund der tiefgreifenden und systemischen Mängel ist ein vollständiger Neuaufbau der Grüns nach aktuellem Standard wahrscheinlich der einzige Weg, um die Situation langfristig und nachhaltig zu verbessern.
Naturschutzmassnahmen in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverein Kreis 7
Der Dolder Golfclub engagiert sich aktiv für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität. Gemeinsam mit dem Naturschutzverein Kreis 7 und 8 wurden in den vergangenen Monaten verschiedene ökologische Aufwertungsmassnahmen geplant und teilweise bereits umgesetzt – ohne Einschränkung des Golfspiels.
Umgesetzt wurden bzw. werden unter anderem:
- Trockenmauern als Lebensraum für Zauneidechsen und Insekten
- Asthaufen und Benjeshecken zur Förderung von Vögeln, Kleinsäugern und Insekten
- Liegendes Totholz als Rückzugsort für Reptilien und wichtige Struktur für Wiesel
Alle Massnahmen befinden sich ausschliesslich in Aus- und Spielverbotszonen und haben keinerlei Einfluss auf den Spielbetrieb oder die Pflegequalität. Sie fügen sich harmonisch in die Landschaft ein und stärken die ökologische Vielfalt unseres Stadtbiotops.
Mit diesen Projekten leistet der Dolder Golfclub einen nachhaltigen Beitrag zum Naturschutz. Weitere Massnahmen sind bereits in Planung, und wir halten Sie über die nächsten Schritte gerne auf dem Laufenden.

Auswirkungen und Konsequenzen der Revision der Pflanzenschutzmittelverordnung
Die am 1.12.2025 vom Bundesrat verabschiedete Revision der Pflanzenschutzmittel-verordnung (PSVM) wird ab 1.1.2027 gravierende Auswirkungen auf die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) auf Schweizer Golfplätzen haben. Dies insofern, als verschiedene Wirkstoffe nicht mehr zugelassen sind und in der Folge bewährte, wirksame Fungizide, Herbizide und Insektizide nicht mehr eingesetzt werden dürfen.
Für die Bekämpfung von Dollarspot, dem Hauptverursacher unserer Probleme auf den Grüns, wird damit z.B. nur noch ein Produkt zur Bekämpfung des Pilzes zur Verfügung stehen. Wie die Erfahrungen aus anderen Bereichen zeigen, wird dies zur Folge haben, dass Pilz-Resistenzen gefördert und die Ausbreitung des Pilzes immer weniger eingedämmt werden kann.
Obwohl Swiss Golf nun (endlich) erkannt hat, dass dringender Handlungsbedarf besteht, sind die Golfclubs gut beraten, nun rasch Konzepte zu erarbeiten, welche helfen, mittel- und langfristig mit der eingeschränkten Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln umzugehen.
Konkret heisst das: Aufbau eines integrierten Pflanzenschutzkonzeptes, bestehend aus intensiver mechanischer Bearbeitung der Spielflächen und der Suche nach alternativen, (zugelassenen) biologischen Produkten.
Längerfristig ist der Wechsel zu resistenteren Grassorten wohl auch eine wichtige Alternative, welche in Betracht gezogen werden muss.
Nach der Platzschliessung am 2. November konnten wir den Platz wie geplant für den Winter vorbereiten. Während wir im vergangenen Herbst bewusst auf ein Aerifizieren, Sanden, Bürsten und weitere Massnahmen auf den Fairways zugunsten einer besseren Spielbarkeit verzichtet haben, kam die Winterpause unseren durch Dollarspot geschwächten Grüns durchaus entgegen.
Der Winter brachte mehrfach Schneefall und Regen sowie milde Temperaturen – leider ideale Bedingungen für die Entwicklung von Schneeschimmel.
Pünktlich zum 1. März konnten wir mit den Vorbereitungsarbeiten beginnen und dank der relativ trockenen Fairways und frühlingshaften Temperaturen auch mit allen Maschinen auf den Platz und alle Arbeiten gut vorantreiben:
- Aufräumungsarbeiten (Lauben, Gehölz schneiden & entfernen, Abfall entsorgen)
- Maschinen-Instandstellung
- Erster Mähschnitt auf allen Spielflächen
- Ausbringung Düngemittel
- Vertikutierung Grün und Umgebung, Abschläge
- Sanden und Aerifizieren (Bodenaustausch) aller Spielflächen
- Nachsaat aller Spielflächen
- Inbetriebnahme der Bewässerungsanlage
- Bunker mit frischem Sand ausgestattet
- Instandhaltung Klosbach und Teich
- Vorbereitungen der Biodiversitätsflächen
- Kleinere Unterhaltsarbeiten auf dem Golfplatz und der Umgebung Clubhaus
Einzig das Rasenwachstum lässt aufgrund der tiefen Nachttemperaturen noch etwas zu wünschen übrig. Im Vergleich zu anderen Jahren haben wir – wie die Natur insgesamt – jedoch einen kleinen Vorsprung. Die Aussichten auf einen gut vorbereiteten Platz zur Frühsaison sind bei entsprechendem Wetter gegeben, auch wenn unsere Grüns wie gewohnt etwas Geduld benötigen werden.
Spielfluss

Um das Spiel zu beschleunigen, wurden die Roughzonen neugestaltet bzw. reduziert. An einigen Orten wird das Rough wieder vermehrt auf Semi-Rough-Höhe zurückgeschnitten und die Bäume, nahe oder auf dem Fairway werden ab der Saison 2026 durch Rindenmulch statt hohem Rough geschützt.
Bäume Spielbahn 2 & 4

Die Bäume zwischen den Spielbahnen 2 und 4 wurden im Oktober vom Lieferanten ersetzt (auf Garantie). Diesmal scheinen sie gesünder zu sein und beginnen schon sichtbar zu wachsen.
Biodiversitätsflächen
Die naturnahe Gestaltung von Golfplätzen ist nicht nur eine Empfehlung von Swiss Golf, sondern für uns ein zentraler Bestandteil einer zukunftsfähigen Platzpflege. Sie stärkt zudem die allgemeine Akzeptanz des Golfsports.
Gemeinsam mit Grün Stadt Zürich und den Fachleuten der GEO-Zertifizierung haben wir verschiedene Massnahmen entwickelt. Eine besonders wichtige ist die Schaffung zusätzlicher Biodiversitätsflächen – bei uns auf dem Dolder in der Schneise zwischen dem 5. und 9. Loch.
Diese neue Fläche bietet künftig Lebensraum für einheimische Flora und Fauna, wird als Spielverbotszone ausgewiesen und reduziert gleichzeitig den Pflegeaufwand.
Vorrang Greenkepper

Platzpflege und Prioritäten
Die Pflege unseres Golfplatzes ist anspruchsvoll. Ein effizienter Einsatz unseres Greenkeeping-Teams und der Maschinen ist daher entscheidend. Um dies sicherzustellen, führen wir neu zwei feste Vormittage ein, an denen die Greenkeeper Vorrang haben:
Greenkeeper-Vorrang:
Montag und Donnerstag, jeweils von 07:00 bis 11:00 Uhr
In diesen Zeitfenstern werden die Greenkeeper die Arbeit nicht unmittelbar unterbrechen, Ihnen per Handzeichen – bei möglichst kurzer Wartezeit – das OK zum Weiterspielen geben.
An allen anderen Tagen haben Sie Vorrang: Die Greenkeeper unterbrechen ihre Arbeit, bringen sich in Sicherheit, geben ebenfalls ein Zeichen und ermöglichen Ihnen so rasch wie möglich das Weiterspielen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

